App-Entwicklung im Unterricht – Spielerisch Programmieren lernen

Die Frage, ob Schülerinnen und Schüler verpflichtend Programmierkenntnisse in der Schule erwerben sollen, wird derzeit kontrovers diskutiert. Mit meinem Wahlpflichtkurs Medien des Jahrgang 9 nehme ich an einem Pilotprojekt von App Camps teil, einer Hamburger Initiative, die Schülerinnen und Schüler für das Programmieren begeistern will. In fünf aufeinander aufbauenden Modulen entwickeln die Jugendlichen verschiedene Android-Apps und eignen sich spielerisch grundlegende Kenntnisse und Fähigkeiten des Programmierens an.

Für die App-Entwicklung nutzen die Schülerinnen und Schüler den vom MIT frei zur Verfügung gestellten App Inventor. Alles, was der Nutzer bzw. die Nutzerin benötigt, ist ein Google-Konto und grundlegende Kenntnisse der englischen Sprache.

Schülerin bei App-Entwicklung

Schülerin bei App-Entwicklung

Zu Beginn jeder Doppelstunde wird ein Video von App Camps gezeigt, in dem erklärt wird, welche App in der jeweiligen Session gebaut wird. Im Anschluss loggen sich die Jugendlichen in Zweier-Teams auf der Webseite des App Inventors ein und beginnen mit der Basis-Variante der zu entwickelnden App. Hierbei helfen so genannte Lernkarten, von denen es in der Regel vier verschiedene Schwierigkeitsstufen gibt. Wenn ein Team mit der ersten Aufgabe fertig ist, kann es sich an einer Erweiterung der App versuchen. Sollte es nicht von alleine auf eine Lösung kommen, hilft die nächste Lernkarte.

Um die Ergebnisse der visuellen Programmierung zu testen, können die Schülerinnen und Schüler entweder ihr Smartphone bzw. ein Tablet nehmen und die Datei über einen im App Inventor generierten QR-Code auf das Endgerät runterladen. Hierfür ist eine Datenflatrate oder ein schulinternes WLAN natürlich vorteilhaft. Die Alternative bietet der vom MIT entwickelte Emulator, der – einmal auf dem Rechner installiert – ein Smartphone simuliert, auf dem die Apps ausprobiert werden können.

Schüler bei App-Entwicklung

Schüler bei App-Entwicklung

Am Ende einer jeden Unterrichtseinheit stellen sich die Jugendlichen ihre Ergebnisse kurz gegenseitig vor. Danach gibt es ein Abschlussvideo, in denen ein Experte oder eine Expertin erklärt, was genau die Schülerinnen und Schüler aus Entwicklersicht in der Unterrichtsstunde gemacht haben. Hier werden dann auch die entsprechenden Fachbegriffe eingeführt.

Das positive Feedback der Jugendlichen zeigt, dass die App-Entwicklung Spaß macht und der spielerische Zugang die Motivation, sich mit dem Programmieren zu beschäftigen, erhöht. Die Lebensweltnähe und der problemlösungsorientierte Ansatz führen zu einer bedeutsamen Lernerfahrung. Das kooperative Arbeiten fördert die Teamfähigkeit und die sozialen Kompetenzen. Das logische Denken wird geschult und die verschiedenen Anforderungsniveaus ermöglichen ein differenziertes Arbeiten. Die Tatsache, dass das App Inventor Tool webbasiert und frei zugänglich ist, kann eine Beschäftigung mit dem Thema über die Klassenraumgrenzen hinaus fördern.

Die Jugendlichen bekommen ein Verständnis für die Gemachtheit der Applikationen, die sie tagtäglich auf ihren mobilen Geräten nutzen und werden in die Lage versetzt, selbst solche Programme zu erschaffen.

Mich hat insbesondere überrascht, wie kreativ die Schülerinnen und Schüler mit den gestellten Aufgaben umgehen und wie motiviert und selbstständig sie arbeiten.

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