„So sollte Unterricht eigentlich immer sein“ – Schülerinnen und Schüler erstellen Kurzfilme in einem Oberstufenkurs an der IGS Bonn-Beuel

Anfang Dezember letzten Jahres hatte ich die Möglichkeit, im Rahmen des Hospitationsprogrammes der Deutschen Schulakademie für eine Woche an der Integrierten Gesamtschule (IGS) Bonn-Beuel zu hospitieren. An der IGS gibt es einen Oberstufenkurs Literatur (einen Kurs, keine AG) in dem Schülerinnen und Schüler Kurzfilme erstellen. Der folgende Text stellt die Arbeit in diesem Kurs vor und ist eine Zusammenfassung eines Interviews, das ich mit Alex, Marie, Wibke und Lukas, Schülerinnen und Schüler der IGS und Filmschaffende, führen konnte.

Ziel des Kurses ist es, in Kleingruppen einen eigenen Kurzspielfilm zu realisieren. Dafür setzen sich die Schülerinnen und Schüler zu Beginn des Kurses mit den Grundlagen der Filmproduktion auseinander, so werden z.B. filmsprachliche Fachbegriffe erlernt, in Kleingruppen Storyboards erstellt und bekannte Filmszenen mit einfachen Mitteln nachgedreht.

Die Überstunden sind kein Problem

Nachdem die Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer sich grundlegendes filmisches Wissen angeignet haben, finden sie sich in den Teams zusammen, in denen sie ihren Kurzfilm produzieren. In diesen Gruppen werden Ideen für den Film ausgearbeitet und jedes Teammitglied übernimmt eine bestimmte Rolle, z.B. Darsteller, Kamera oder Regie. Die Gruppen organisieren selbstständig die (langen) Drehtage und realisieren den Film eigenständig. Die vielen Überstunden sind in der Regel kein Problem, da alle mit der Produktion fertig werden wollen und die Arbeit Spaß macht. Zum Abschluss des Literaturkurses gibt es ein Filmfestival. Hier werden alle Filme prämiert und von der gesamten Schule gefeiert.

Bei dieser Form der Projektarbeit lernen die Schülerinnen und Schüler sich in Gruppen selbst zu organisieren und zielorientiert zusammenzuarbeiten. Außerdem lernen sie mit Verantwortung umzugehen – die Crew kann nur dann funktionieren, wenn alle ihr Bestes geben und man sich auf die Teammitglieder verlassen kann. Natürlich muss man sich auch Wissen über die Bild- und Szenengestaltung aneignen und dieses am Set effektiv einsetzen, damit das Projekt erfolgreich ist.

„So sollte Unterricht eigentlich immer sein.“

Die Schülerinnen und Schüler sind von dem Filmkurs begeistert und meinen „so sollte Unterricht eigentlich immer sein“. Ihnen gefällt die kreative Arbeit an realen Projekten und das hohe Maß an Selbstständgkeit. Außerdem schätzen sie die Zusammenarbeit mit dem Kurslehrer, der sie beraten und motivitiert hat, oftmals neue Impulse gegeben hat und ihnen dabei „auf Augenhöhe“ begegnet ist.

Bei der Frage, was guten Unterricht und einen guten Lehrer ausmacht, sind sich Alex,  Marie, Wibke und Lukas einig: Unterricht sollte Spaß machen, die Schüler begeistern können und die Selbstständigkeit der Kinder fördern. Ein guter Lehrer sollte lustig sein, auf die Schüler eingehen können und sich selber für das Thema begeistern und es den Schülern kompetent vermitteln.


Dieser Kurzfilm ist im Rahmen des Literaturkurses 2014/15 entstanden und wurde für den Camgaroo Award 2015 nominiert.


Und noch was: Falls jemand mal einen guten Kameramann/Cutter sucht – hier ein Geheimtipp!

Alex William Henseler macht seit 5 Jahren Filme. Er nimmt parallel zur Schule Filmaufträge als Kameramann und Editor an und verdient sich mit diesem (noch) Nebenjob sein Geld. Nach der Schule strebt er den Besuch einer Filmakademie an, um dort zum Filmkameramann ausgebildet zu werden und später dann als Freelancer in der Filmindustrie arbeiten zu können.

Kontakt: Alex-William [at] t-online.de

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